Rezension: The Girl on the Train

 

Eigentlich lese ich ja gar keine Thriller. Bisher sind mir nur wenige Bücher dieses Genres ins Haus gekommen, doch als wir uns in unserem privaten Buchclub einvernehmlich darauf geeinigt haben, The Girl on the Train zu lesen, habe ich mir das Werk von Paula Hawkins direkt besorgt. Allein die Titelaufmachung fand ich super schön und das „You don’t know her. But she knows you“, auf dem Cover lädt die Leser förmlich dazu ein, sich schon vorab etwas zu fürchten. Heute dreht sich auf meinem Blog alles um The Girl on the Train!




Rachels Leben ist momentan ein einziges Desaster. Sie trinkt, hat ihren Job verloren und hängt ihrem Exmann nach, der mittlerweile mit einer anderen Frau zusammenlebt. Wen wundert es da, dass sie sich eine heile Welt vorstellt? Jeden Tag beobachtet sie auf ihrem Weg in die Stadt aus dem Zug heraus ein Pärchen in einem Haus und denkt sich für die beiden eine perfekte idyllische Hintergrundgeschichte aus. Als Rachel jedoch eines Tages merkt, dass genau diese Frau verschwunden ist, will sie alles dafür tun, ihrer Fantasie ein Happy End zu geben. Sie macht sich auf die Suche nach ihr



Zu dem Zeitpunkt, als ich das Buch angefangen habe, war es noch nicht auf Deutsch erschienen, weswegen ich es auf Englisch gelesen habe, doch mittlerweile könnt ihr The Girl on the Train auch in Deutsch erwerben. Am Anfang fiel es mir gar nicht so leicht in die Geschichte zu kommen. Das Buch ist nämlich aus mehreren Perspektiven (wenn auch vornehmlich aus Rachels Perspektive) erzählt und so war es nicht ganz leicht direkt zu behalten, wer denn nun nochmal wer ist. Nach den ersten 60 Seiten ging es aber recht gut und ich hatte das Buch schnell durch. Das lag jedoch auch an dem Spannungsfaktor, den The Girl on the Train bietet. Man will einfach unbedingt wissen, was mit der Frau passiert ist. Dazu kommt, dass Rachel eine ziemlich unverlässliche Erzählerin ist, denn manchmal erfährt man nicht besonders viel, wenn Rachel mal wieder einen über den Durst getrunken hat oder sich nicht erinnern kann. 
Der Thriller ist nicht nur aus mehreren Perspektiven erzählt, er wirkt auch wie ein Tagebuch. Die einzelnen Kapitel sind nochmal in Einträge unterteilt, die mit Datum sowie Zeit versehen sind. So passiert es, dass man auch mal in die Vergangenheit zurückblickt, was etwas verwirrend sein kann, wenn man es sich nicht angewöhnt, die Daten mitzulesen (zugegeben, das ist auch mir mehrmals passiert). 
Was ich besonders schön fand ist die Tatsache, dass The Girl on the Train lediglich aus der Sicht der Frauenfiguren geschildert wird. Die Männer sind zwar Teil der Welt, doch keine erzählenden Figuren. Meiner Meinung nach hat das dem Buch sehr gut getan, denn so werden Fakten verschlüsselt und man erfährt als Leser nicht gleich alles. 
Die Themen sind vielfältig. Es geht nicht nur um die Suche nach der verschwundenen Frau, es dreht sich bei dem Buch auch um die Probleme mit Alkoholsucht und das Versagen verschiedener Beziehungen. Das macht The Girl on the Train interessanter.
 

Obwohl ich durchaus begeistert war, ging das Ende für mich irgendwie zu schnell und auch die letzten Seiten haben mich nicht ganz befriedigt. Dafür, dass die Themen so lange aufgezogen wurden, hätte das Finale ruhig einen Ticken bombastischer sein können – oder man hätte das Buch gleich etwas kürzen können. Manchmal scheinen die Themen in der Grenze zwischen relevant und weniger wichtig zu verschwimmen, was dazu führte, dass ich mich oft gefragt habe „ist das jetzt echt wichtig für die Story?“ Deshalb erhält The Girl on the Train von mir drei von fünf möglichen Lesebrillen.

Wer das Buch noch nicht kennt, kann sich hier auf der Verlagswebsite eine Leseprobe einholen.



 
Titel: The Girl on the Train
AutorIn: Paula Hawkins
Verlag: Doubleday, Random House Group
ISBN: 978-0-857-52231-3 
Preis: 14,15€

Sonstiges: Hardcover, 316 Seiten
Die genannten Details sind der Verlagshomepage entnommen. 
 



Kommentare:

  1. Huhu:)
    Bin über deinen Blog gestolpert und hab gleich mal deine Rezi entdeckt^^ Die ist übrigens echt gut:) Ich wollte mir das Buch letztens erst kaufen, hab aber gezweifelt weils auf Englisch ist. Aber jetzt da du sagst, dass es endlich eine Deutsche Ausgabe gibt, werd ich sie gleich mal auf meine WuLi setzten^^
    Ich wünsche dir noch eine Woche:)
    Liebste Grüße
    Natalie

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    1. Hallo Natalie,

      vielen Dank für die lieben Worte! Es freut mich, wenn dir die Rezension gefallen hat! Und ich bin gespannt, wie es dir gefällt - viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße
      Lea

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