Rezension: Die dreizehnte Fee

Heute möchte ich euch einen Roman vorstellen, den ich durch die liebe Bianca aka die Literatouristin kennengelernt habe. Die Dreizehnte Fee von Julia Adrian, erschienen im Drachenmond Verlag, ist ein märchenhaftes Abenteuer für alle Fans des Fantastischen. Wie mir der Roman gefallen hat und wie viel er tatsächlich mit Märchen zu tun hat, erfahrt ihr in meiner heutigen Rezension.



Dreizehn Feen leben in einem märchenhaften Reich, das sie jahrhundertelang kontrollierten. Ihre Königin, die dreizehnte Fee, schlief über tausend Jahre ihren Dornröschenschlaf und erwacht nun in einer Welt, die ihr fremd scheint. An ihrer Seite ist der Hexenjäger, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Feen zu vernichten. Aber nicht nur auch, auch die Dreizehnte Fee sinnt auf Rache an ihren Schwestern. Ihre Suche führt das gegensätzliche Paar quer durch das Land. Die Fee weiß, dass der Hexenjäger sie jeden Moment töten könnte, schließlich ist das seine Berufung, und trotz des Konflikts spürt sie eine andere Verbindung zu ihm. Seit ihrer Erweckung merkt sie, dass sie nicht mehr ganz magisch, aber dennoch nicht gänzlich menschlich ist.



Seitdem mir die Literatouristin von dem Buch vorgeschwärmt hat, ging mir dieser Roman nicht mehr aus dem Kopf. Märchenhafte Welten, zauberhafte Wesen, ein Konflikt zwischen Hass und Liebe – das klang ganz nach einem Buch für mich!

Alleine das Design könnte nicht schöner sein. Alexander Kopainski hat hier ganze Arbeit geleistet, um der Fee ein wundervolles Cover zu schaffen. Der goldene Rahmen erinnert mich immer direkt an den Spiegel aus Schneewittchen und die Beerenhecke an Dornröschen. Aber nicht nur das Cover ist sehr hübsch, denn jede einzelne Seite im Buch hat eine kleine Beerenhecke aufgedruckt. Manchmal findet man vor einem neuen Kapitel sogar eine Illustration, die hervorragend zum Stil des Romans passt.

Der Schreibstil ist nichts für Leser, die gerne mal etwas zwischendurch in die Hand nehmen wollen, aber er ist auch nicht so komplex und hochtrabend, dass man nichts versteht. Die Autorin schreibt sehr düster und bildhaft, was einfach perfekt zum Thema passt.

Das Setting ist ebenso düster, wie es sich für eine Märchenwelt gehört. Von Sonnenschein und wundervollen Tagen wird nur selten gesprochen, denn anstatt Happy Ends stehen hier gescheiterte Existenzen im Vordergrund. Obwohl die dargelegte Welt dunkel ist, ist sie gleichsam sehr atmosphärisch. Das Unheimliche sitzt einem direkt an den Nacken, es kribbelt beim Lesen auf der Haut.
Genau das passte für mich hervorragend in die Märchenszenerie, die ja trotz der grimmschen Happy Ends stetig düster und unheilvoll ist. Man begegnet in der Dreizehnten Fee nicht nur Zauberwesen wie Feen, sondern auch ikonischen Märchenfiguren. Egal ob Frau Holle, Hänsel und Gretel oder den Sieben Zwergen – die Referenzen sind allgegenwärtig. Für Märchenfans ist dieses Buch ein absolutes Muss! Trotzdem sollte man sich von typischen Märchenfiguren verabschieden, denn auch wenn beispielsweise die Pechmarie auftaucht, ist sie anders dargestellt und bekommt noch eine andere Geschichte verpasst. Alles ist deutlich unheimlicher und schrecklicher, als man es aus den Märchen kennt.
Das wirkt natürlich auch auf die Charaktere ein, die in erster Linie nicht immer sofort Sympathieträger sind. Mit dem Hexenjäger musste ich mich lange erst anfreunden, um ihn zu mögen und nun brenne ich darauf, mehr über ihn zu erfahren. Die Fee ist komplex. Auf der einen Seite versteht man sie sehr gut, denn schließlich ist der Roman aus ihrer Perspektive verfasst und man bekommt auf diese Weise eine volle Einsicht in ihre Gefühlswelt. Sie ist hilfsbereit, empathisch. Manchmal kommt in ihr aber auch die Königin zum Vorschein, die einen ehrfürchtig erschrecken lässt und man plötzlich denkt, dass sie sich in eine ganz andere Person verwandelt hat.

Man möchte sagen, der Roman hat leider nur um die 200 Seiten, denn ich war so in die Geschichte vertieft, dass ich gerne noch mehr erfahren hätte. Zum Glück ist der zweite Band bereits erschienen, auf den dritten und finalen Teil warte ich noch sehnsüchtig. Ich hatte den Roman sehr schnell ausgelesen, eben weil er nicht so viele Seiten hat und die Kapitel meist kurz sind, was ich angenehm fand. Die Erzählung hat mich Seite für Seite gefesselt, denn hier steht nicht nur Spannung im Vordergrund, sondern auch Emotionen. Man wird von der Fee und dem Hexenjäger auf eine Reise durch das Land mitgenommen, erfährt von vielen Orten und Menschen und eigentlich kann man gar nicht anders, als sich in die Welt zu verlieben, die Julia Adrian geschaffen hat. Bei mir lösten die Bilder regelrechtes Kopfkino aus und sorgten für alle möglichen Was-wäre-wenn-Gedanken. Der Leser erlebt Kämpfe, aber auch leidenschaftliche Momente. Von allem ist etwas dabei!




Die einzige Kritik die ich anführen könnte, ist dass der Roman gerne länger hätte sein können. Aber dadurch, dass es mehrere Bände gibt, bin ich vollkommen zufrieden. Vielleicht würde der Charme des Buches durch einige Seiten mehr auch verloren gehen. Der Schreibstil passt zur geschaffenen Atmosphäre, die eine düstere Märchenwelt umschreibt. Als Märchenfan war dieses Buch für mich ideal, doch ich bin sicher, dass auch Fantasy-Fans damit sehr zufrieden sein werden. Daher vergebe ich fünf von fünf Lesebrillen für den ersten Roman der Dreizehnten Fee!

  




Titel: Die dreizehnte Fee: Erwachen (Band 1)
Autorin: Julia Adrian
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 12,00€
ISBN: 978-3-95991-131-3
Sonstiges: Softcover, 212 Seiten

Die genannten Details sind der Website des Drachenmond Verlags entnommen.







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