Rezension: Film - Die Insel der besonderen Kinder


Heute am 6. Oktober ist es soweit: Die Insel der besonderen Kinder kommt in die deutschen Kinos! Dank Knaur Fantasy & Science Fiction durfte ich den Film gemeinsam mit Simone von Leselurch und Ricarda von Ricas fantastische Bücherwelt vorab sehen. Wie mir die Verfilmung des Buches von Ransom Riggs gefallen hat und ob der Film tatsächlich ein typischer Tim Burton ist, erfahrt ihr heute in meiner besonderen Rezension!





Was ist Realität und was ist Fantasie? Der sechszehnjährige Jacob kann das eine kaum noch vom anderen unterscheiden – zumindest will man ihm einreden, seine Hirngespinste seien nicht echt. Als sein Großvater jedoch auf mysteriöse Weise angegriffen wird und Jacob dazu auffordert, eine ganz bestimmte Insel aufzusuchen, macht er sich auf den Weg nach Großbritannien. Er sucht das Waisenhaus, in dem sein Großvater früher eine Zeit lang lebte, findet jedoch nur Ruinen vor. Eines Tages trifft er dort Emma und eine Gruppe Kinder, die er von den Fotos seines Großvaters wiedererkennt und lässt sich von ihnen mit in eine Zeitschleife nehmen. Jacob landet im Jahr 1940, als das Waisenhaus von Miss Peregrine durch die Bombardierung noch nicht dem Erdboden gleich gemacht worden ist. Er erfährt, dass all die Geschichten wahr sind: Emma ist tatsächlich leichter als Luft und auch die anderen Kinder haben ganz besondere Fähigkeiten. Das bedeutet aber auch, dass die Angreifer seines Großvaters real sind und die Leben der Besonderen bedroht werden.



Normalerweise lese ich ja erst die Bücher und sehe mir dann die Filme an, dieses Mal war es jedoch anders herum, sodass ich ohne große Erwartungen ins Kino ging. Inwiefern der Film der Buchvorlage ähnelt, weiß ich demnach bisher noch nicht, doch meine Lust, die Romane zu lesen, ist auf jeden Fall sehr groß geworden!
Optisch wird der Film den Covern gerecht – man findet immer wieder Anspielungen zu den wunderschönen Buchcovern. Ob es sich dabei nur um Fotos handelt, die denen auf dem Buchcover ähneln oder ob im Abspann das Design an die Vorlage angepasst wurde.

Die schauspielerische Leistung ist auf ganzer Linie lobenswert! Asa Butterfield überzeugt als Jacob, aber vor allem die Kinderschauspieler schleichen sich schnell ins Herz. Etwas schade ist es dann doch, dass Eva Green nur wenig Screentime hat – ich habe sie dank des Marketings immer als Hauptdarstellerin im Film gesehen, doch schlussendlich spielt sie nur in wenigen Szenen mit. Besonders herausragend ist die Leistung von Finlay MacMillan, der Enoch spielt – seinen Zorn und seine Eifersucht konnte man nahezu spüren und ich war einfach nur beeindruckt! Das Casting ist perfekt!

Die Ästhetik hat mir besonders gut gefallen – das war mir bei einem Tim Burton-Film allerdings schon im Vorfeld klar, da sein Stil einzigartig ist. Es mischen sich Horror-Elemente mit Komik. So fragten wir uns zwischendurch mehrfach, ob der Film wirklich ab 12 Jahren empfohlen ist. Es gibt einige schaurige Momente, aber vor allem viele groteske Szenen. Für schwache Nerven ist der Film definitiv nichts!

Colleen Atwood hat die Kostüme zum Film erstellt, die mein Herz regelrecht hüpfen ließen. Das möchte ich haben und das möchte ich haben und das und das und das… Es gefiel mir, dass man sich bei den Kostümen ebenfalls an die Abbildungen der Buchvorlagen hielt und sie die Ästhetik der 1940er Jahre widerspiegelten. Vor allem Miss Peregrines Kostüm ist wundervoll designt. Sie kann sich in einen Vogel verwandeln und so erkennt man an ihrem Kostüm immer wieder Elemente, die damit verbunden sind, wie beispielsweise schwarze Federn.

Ich kann es kaum erwarten, dass der Soundtrack in Deutschland veröffentlicht wird! Der Titelsong Wish That You Were Here von Florence + The Machine lief bei mir bereits in einer Dauerschleife. Aber gerade die instrumentale Musik unterstützte die Bilder im Film ganz wunderbar und daher bin ich schon sehr auf den hoffentlich bald erscheinenden Score gespannt!

Dass der Film in 3D gezeigt wurde war leider nicht ganz so mein Fall. Ich bin kein Fan der schweren 3D-Brillen und meist sind die Effekte meiner Meinung nach auch nicht gerade förderlich, um einen Film zu unterstützen. Auch in Die Insel der besonderen Kinder hätte man durchaus nicht auf den 3D-Zug aufspringen müssen – der Film funktioniert auch ohne die zusätzlichen Effekte. Das CGI ist nämlich gut und hochwertig, wie man bei einem Film von Tim Burton erwarten mag.

Allerdings hat der Film auch ein paar Schwächen, die vor allem in der Erzählung liegen. Ich hatte das Gefühl, als würden bestimmte Aspekte nicht ganz auserzählt und nur angeschnitten werden. Mit der Zeit zu spielen, das birgt ja in vielen fiktiven Texten oder Filmen Probleme und auch Die Insel der besonderen Kinder hätte da mehr auf die Logik achten müssen. Im Vorfeld werden Dinge über die Zeitschleifen gesagt, die am Ende widerlegt werden. Im Roman wird diese Problematik aufgegriffen und genau erklärt, im Film wird darauf allerdings verzichtet, sodass bei mir während der zweiten Hälfte viele Fragen aufkamen. Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden fehlten mir noch ein paar Szenen, die bestimmte Dinge besser erklärt hätten.


Während der ersten Hälfte des Films war ich überzeugt, dass ich nicht genug von Die Insel der besonderen Kinder bekommen könnte. Als sich die Handlung zuspitzt und die Ereignisse um die Zeitschleife dramatischer wurden, legte sich diese Meinung allerdings. Ich hätte mir gewünscht, dass ein paar weitere Sätze oder Handlungen ausgebaut worden wären, um den Filmzuschauern nicht einfach nur etwas vorzusetzen, das nicht hinterfragt wird. Wenn man von dieser großen Schwäche absieht, kann man sich über einen visuellen, fantastischen Film mit grandiosen düsteren Elementen freuen. Ich möchte jetzt unbedingt die Romane lesen und ganz in die Welt von Miss Peregrine und ihren besonderen Kindern eintauchen! Daher vergebe ich drei von fünf möglichen Lesebrillen für Tim Burtons Verfilmung von Die Insel der besonderen Kinder!





Titel: Die Insel der besonderen Kinder
Regie: Tim Burton
Story: Ransom Riggs
FSK: FSK 12
Sonstiges: Film



Vielen Dank an Knaur Fantasy & Science Fiction für die Einladung zum Screening!

1 Kommentar:

  1. Hallo Lea,

    auf den Film freue ich mich auch schon. Die Bücher habe ich dazu auch noch nich gelesen.

    Liebe Grüße
    Yvonne

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