Rezension: Magic 2.0 - Plötzlich Zauberer


Es ist mal wieder Zeit für eine Hörbuch-Rezension! Ein Computerprogramm entdecken, dass die Realität beeinflussen kann? Magic 2.0 - Plötzlich Zauberer von Scott Meyer beamt euch ins Mittelalter. Wie mir der humorvolle Sci-Fi Titel gefallen hat, erfahrt ihr heute in meiner Rezension.





Einmal die Realität komplett nach dem eigenen Gusto verändern? Kein Problem für Martin. Er entdeckt ein Computerprogramm mit dem er nicht nur sein Äußeres komplett verändern kann, Martin kann die Realität so manipulieren, wie es ihm passt. Sogar Zeitreisen können mithilfe des Programms unternommen werden und als man ihm auf die Schliche kommt, was Martin mit dem geheimen Programm treibt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als ins englische Mittelalter zu fliehen. Zum Glück kann er das Programm auch noch in der mittelalterlichen Epoche nutzen, doch der Orts- und Zeitwechsel ist trotzdem gar nicht so einfach für ihn, vor allem nicht, nachdem er Merlin kennenlernt. Dabei ist es doch Martins Plan, sich als großer Zauberer zu beweisen! Jetzt muss er seine Fähigkeiten erst einmal beweisen.




Als ich das erste Mal den Klappentext las, konnte ich es kaum erwarten, mir das Hörbuch zu Gemüte zu führen. Die Geschichte klang so lustig, abenteuerlich und gleichzeitig herrlich skurril. Mittelalter trifft Technik trifft Science-Fiction – ich konnte mir gar nicht richtig ausmalen, was mich erwarten würde und war daher sehr gespannt auf den Titel.

So richtig kann man Magic 2.0 keinem Genre zuordnen. Die Geschichte spielt in der modernen Realität, später dann auch im leicht modifizierten Mittelalter. Durch die Technologie des Computerprogrammes spielt Science-Fiction eine wichtige Rolle, doch um als Sci-Fi Roman durchzugehen, hat der Titel eine viel zu große Portion Humor. Hier wird alles und jeder auf die Schippe genommen, Ernsthaftigkeit ist an den wenigsten Stellen zu finden. Mir hat es gefallen, dass sich das Hörbuch nicht so ganz ernst nimmt und zwischendurch auch mal selbst parodiert. Dadurch hatte ich nicht den Eindruck, dass man alles so genau nehmen muss – auch wenn das Computerprogramm durchaus seine gewissen Regeln hat, die man einhalten muss.

Ich hatte Schwierigkeiten, die Charaktere rein vom Namen her zu unterscheiden – gerade nach Martins Zeitreise tauchen viele Figuren auf, doch wenn ich einen Namen hörte, konnte ich den Charakter oft nicht zuordnen. Einige der Figuren haben Decknamen, was die Sache für mich noch komplizierter machte. Allerdings wird einem Charakter oft und schnell ein Attribut zugeordnet, sodass ich nicht ganz hilflos war.
Martin ist der Protagonist der Geschichte, allerdings wird diese aus der dritten Person Singular erzählt. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, keine richtige Verbindung zu Martin aufbauen zu können, was sehr schade war. Er ist lustig, ideenreich, aber auch ziemlich simpel gestrickt und in seiner Welt recht gewöhnlich. Ich mochte sein Nerd-Wissen und seine vielen Referenzen, die zum Humor der Story beigetragen haben.

Zeitreisen, ja, die sorgen bei manchen Lesern regelrecht im Vorfeld schon für Bauchschmerzen. Allerdings gehört Magic 2.0 nicht zu den abschreckenden Beispielen. Das Computerprogramm wird mit allem drum und dran erklärt und es geht hier glücklicherweise auch nicht zu technisch zu. Natürlich kann man bei der Veränderung der Zeitstruktur auch hier ein paar Einwände einwerfen, allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass hier gewollt mit falschen Tatsachen gespielt wurde. Gibt es Fehler im Programm, so führen diese eher zu amüsanten Situationen.

Das Hörbuch hat mich an vielen Stellen überrascht, auch wenn der Spannungsbogen manchmal ziemlich überdehnt wird. Mit über zwölf Stunden Laufzeit ist dieser Titel ungekürzt und gehört daher auch zu den eher längeren Hörbüchern. Mir waren einige Handlungsverläufe und Szenen einfach zu langwierig und ich hätte eine gekürzte Fassung vermutlich favorisiert. Das hätte die Spannung vielleicht geradlinig aufrechterhalten.

Marco Sven Reinbold hat eine interessante und angenehme Stimme, die ich absolut mit Martin verbinde – daher fand ich es wahrscheinlich auch so schade, dass der Roman nicht in der ersten Person Singular erzählt ist. Der Synchronsprecher hat Rollen in Orphan Black oder auch Da Vinci’s Demons übernommen und ist vor allem in der Anime-Szene bekannt. Für mich war es ein Glück, dass ich seine Stimme noch nicht so häufig gehört hatte und ich mich auf etwas Neues einlassen konnte, was mir gut gefiel.


Wer mal eine Geschichte lesen oder hören möchte, die sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, ist bei Magic 2.0 – Plötzlich Zauberer von Scott Meyer an der richtigen Stelle. Ich habe oft geschmunzelt und gelacht und auch das Konzept des irrwitzigen Computerprogramms war etwas Neues und Einzigartiges. Allerdings waren über zwölf Stunden dieses Hörvergnügens einfach zu viel für meinen Geschmack, was an langatmigen Szenen und Handlungssträngen lag. Die Charaktere stachen für mich in ihrer Besonderheit ebenfalls nicht deutlich genug heraus, um sie direkt voneinander unterscheiden zu können. Daher vergebe ich drei von fünf möglichen Lesebrillen für das Hörbuch Magic 2.0 – Plötzlich Zauberer.






Titel: Magic - Plötzlich Zauberer
Autor: Scott Meyer
Sprecher: Marco Sven Reinbold
ISBN: 978-3-95882-001-2
Verlag: Ronin Hörverlag
Sonstiges: 12 Std. 35 Min. Laufzeit


Die genannten Details sind der Website vom Ronin Hörverlag entnommen.

Vielen Dank an den Ronin Hörverlag für das Rezensionsexemplar!



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