Comic Saturday: Wonder Woman - Das erste Jahr


Obwohl Wonder Woman bereits in der sechsten Kinowoche läuft, kriegen die Fans nicht genug von der Amazonenprinzessin. Passend zum Film und der neuen Rebirth-Serie hat Panini Comics Wonder Woman – Das erste Jahr auf den Markt gebracht, um die Anfänge von Diana zu erzählen. Wie mir der Comic gefallen hat, werde ich euch heute, am Comic Saturday, genauer erklären. Außerdem gehe ich auch ein wenig auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Verfilmung ein.


Versteckt vom Rest der Welt leben die Amazonen auf einer paradiesischen Insel namens Themyscira. Unter ihnen Prinzessin Diana, die eines Tages beobachtet, wie ein Flugzeug am Himmel abstürzt und am Strand der Insel landet – eigentlich unmöglich! Nur der Soldat Steve Trevor überlebt das schreckliche Manöver. Für die Amazonen wird schnell klar, Steve kann nicht bei ihnen bleiben. Diana begibt sich gemeinsam mit ihm auf eine Reise fernab von Themyscira. Das moderne Leben in der ihr völlig neuen Welt überfordert sie manchmal, doch Diana wird bewusst, warum sie diese Reise angetreten ist. Sie wird zu der Heldin Wonder Woman und beschützt fortan die Menschen.

Ich wollte unbedingt den Comic lesen, bevor ich für die Verfilmung von Wonder Woman ins Kino ging. Da kam die Geschichte aus dem Rebirth-Event von DC genau richtig! Wonder Woman – Das erste Jahr reiht sich in die Klassiker-Serie der Das erste Jahr Comics ein, die das erste Mal 1987 als Neuinterpretation von Batman veröffentlicht wurden.
So wurden die Origins von Prinzessin Diana zwar beibehalten, jedoch änderte man kleinere Details, um den Comic zeitgenössisch anzupassen. Die Geschichte spielt zu unserer Zeit, nicht wie ursprünglich zum zweiten Weltkrieg. Mir hat es gut gefallen, wie die Änderungen umgesetzt wurden und ich denke, mit der Story kann vielleicht auch eher ein breiteres Publikum angesprochen werden.

Wer also hofft, eins zu eins die Story aus dem Film in Wonder Woman – Das erste Jahr nacherzählt zu bekommen, wird vermutlich eher enttäuscht. Die Grundgeschichte bleibt zwar die alte, zudem wird im Comic aber auch detaillierter auf die Vergangenheit von Barbara Ann Minerva eingegangen, die in der Verfilmung gar nicht erwähnt wird. Insbesondere ihre Auftritte haben mir imponiert, denn meist kennt man sie schließlich nur als Dianas Gegnerin Cheetah. Im Comic darf sie nicht nur auf archäologische Reise gehen, sondern auch die Ursprünge der Amazonen ergründen. Der Leser lernt sie schon als kleines Mädchen kennen, sodass man gar nicht anders kann, als Sympathie zu ihr aufzubauen.

Nach wie vor bin ich einfach kein Fan von Steve. Im Film mochte ich ihn überhaupt nicht, in den Comics kann ich sein Handeln noch etwas eher nachvollziehen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er dort eine tragischere und detailreichere Hintergrundgeschichte erhalten hat. Er stürzt nämlich nicht wie Film-Steve alleine, sondern gleich mit der gesamten Soldatentruppe ab und überlebt als einziger den Unfall. So kehrt Steve von der Insel der Amazonen zu der Freundin eines verstorbenen Kameraden zurück, die ihr Kind nun alleine großziehen muss.

Die Bedrohung durch den Gott Ares und seine Machenschaften habe ich in der Verfilmung zwar etwas krasser empfunden (was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Film zum ersten Weltkrieg spielt), dafür gefällt mir sein Design und sein Auftreten im Comic besser. Dort wirkt Ares als Person auch authentischer (und weniger schnauzbärtig).
Für die Neuinterpretation schart Ares Terroristen um sich – der Maru-Virus, ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg, verbreitet sich. Die Menschen sind sich sicher: nur Wonder Woman kann diesen Wahnsinn stoppen!

Autor Greg Rucka schafft mit Wonder Woman – Das erste Jahr nicht nur eine spannende Neuerzählung der beliebten Heldin, sondern zieht er auch viele Comic-Neulinge in seinen Bann. Der Comic scheint Ideal für Einsteiger, nicht nur weil Dianas Origins beschrieben werden. Eine abwechslungsreiche Mischung aus spannenden und lustigen Szenen sorgt für eine dynamische Erzählung für jedermann.

Für die Zeichnungen und die Tusche waren Nicola Scott und Bilquis Evely zuständig. Manchmal wirken die Figuren wegen der detaillierten Zeichnungen so, als ob sie gleich aus ihren Panels hüpfen wollen. Mit den sanften Farben von Romulo Fajardo Jr. entsteht ein harmonisches Bild und eine lebendige Geschichte.

Ich kann Wonder Woman – Das erste Jahr eigentlich nur jedem empfehlen, egal ob man schon einmal einen Comic zur Hand genommen hat oder nicht. Es ist erfrischend zu sehen, wie Dianas Story modernisiert wurde und bietet damit auch für alteingesessene Wonder Woman-Fans neuen Lesestoff. Mir gefielen die Zeichnungen und die Farbe, die Erzählung wirkte beim Lesen sehr dynamisch und so hatte ich den Comic (leider) auch schon schnell ausgelesen. Aus dem Grund vergebe ich fünf von fünf Lesebrillen für Wonder Woman – Das erste Jahr aus dem Panini Verlag.


Titel: Wonder Woman - Das erste Jahr
Autor: Greg Rucka
Illustratoren: Nicola Scott, Bilquis Evely
ISBN: 978-3741601101
Verlag: Panini Comics
Preis: 16,88€
Sonstiges: 164 Seiten, Softcover



Die genannten Details sind der Website von Panini entnommen.

Vielen Dank an Panini für das Belegexemplar!




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