Rezension: Paule Pinguin allein am Pol


Heute möchte ich euch einen ganz besonderen Titel vorstellen: Paule Pinguin allein am Pol von Jory John und Lane Smith ist nämlich nicht nur zuckersüß illustriert, sondern ein ganz entzückendes Kinderbuch über einen schlecht gelaunten Pinguin. Warum ich gar nicht anders konnte, als das Buch direkt in mein Herz zu schließen, verrate ich euch heute in meiner Rezension.


Paule Pinguin ist echt genervt! Am Pol ist es manchmal viel zu kalt, weswegen ihm der Schnabel friert und warum muss eigentlich so viel Schnee überall herumliegen? Es stört ihn, dass alle Pinguine gleich aussehen und kaum zu unterscheiden sind und jeden Tag findet er andere Aspekte, die ihm an seinem Leben nicht gefallen. Bis eines Tages ein Walross seinen Weg kreuzt, das dem Pinguin deutlich machen kann, dass es für seine schlechte Laune eigentlich gar keinen triftigen Grund gibt und das Leben einfach schön ist!

Paule durfte ich bereits auf der Verlagsvorstellung von Carlsen auf der Leipziger Buchmesse kennenlernen. Dort wurde mir der Titel so schmackhaft gemacht, dass ich mich beim ersten Anblick des Pinguins sofort in ihn verliebte! Und da ich gerne hin und wieder auch Kinderbücher lese, habe ich mich umso mehr auf den Titel gefreut.

Nach erster Verwirrung, da ich anfänglich immer Paule Pinguin allein am Pool anstatt Paule Pinguin allein am Pol las, konnte ich mich direkt in dem Buch verlieren. Denn nicht nur ich bin dem Buch vollkommen verfallen, auch Verlegerin Renate Herre konnte dem Pinguin nicht widerstehen. Sie habe Paule 2016 auf der internationalen Kinderbuchmesse in Bologna kennengelernt und sich sehr gefreut, den Titel für Carlsen zu gewinnen. Darüber hinaus holte Carlsen Autor Andreas Steinhöfel mit ins Boot: er lieferte die Übersetzung zu Paule Pinguin allein am Pol!

Es ist wirklich schon schade, dass der Titel nur 32 Seiten umfasst! Wenn es euch ähnlich wie mir geht, dann verliebt ihr euch schon mit nur einem Blick auf das Cover in Paule. Man muss etwas genauer hinsehen, um ihn zwischen den anderen Pinguinen zu erkennen, aber wenn man einmal bemerkt, wie schräg er guckt, ist man sofort in seinem Bann!
Paule hat nämlich echt immer etwas zu meckern: er friert (ein Pinguin, dem kalt ist! So etwas muss man auch erst mal erleben!), die anderen Pinguine sind alle zu laut und er hasst Schnee. Ihm passt absolut gar nichts und er findet immer ein Haar in der Suppe. Genau das ist es, was den Pinguin so charmant macht. Er nörgelt ununterbrochen, was einfach nur zuckersüß ist! Am liebsten möchte man den kleinen Pinguin in den Arm nehmen und trösten, egal wie merkwürdig und kleinlich seine Meckereien sind.

Der Titel erzählt von den Kleinigkeiten im Leben, an denen man sich stören kann, über die Dinge, die einem vielleicht auch nur vortäuschen problematisch zu sein. Der Pinguin begegnet einem höchst interessanten Walross, das Paule erklärt, sich über sein Leben zu freuen, egal wie schlecht der Tag auch gewesen sein mochte. Während Paule immer nur in ein oder zwei kurzen Sätzen motzt, hat das Walross gleich eine Anekdote von einer ganzen Textseite für den armen Pinguin. Das Buch ist perfekt dafür, wenn es einem selber mal nicht so gut geht und man sich ein wenig aufmuntern möchte – denn das Walross hat tolle Tipps auf Lager, wie man sich besser fühlen kann. Und schon macht sich auch Paule Gedanken darüber, an welchen Kleinigkeiten er sich in seinem Leben erfreut und sieht, dass seine Probleme vielleicht gar nicht so gravierend sind. Ein Buch, das das Leben bejaht und erzählt, wie toll es sein kann.

Die Zeichnungen von Lane Smith zaubern einem mit großer Sicherheit ein Lächeln auf die Lippen – die niedlichen Tiere muss man einfach mögen! Die Linienführung ist dabei ganz zart, stattdessen wurde das Hauptaugenmerk eher auf eine Tupftechnik gelegt. Daher sieht Paule auch ganz flauschig aus! Ich bin wirklich begeistert von der minimalistischen Schönheit, die dieses Kinderbuch mit sich bringt!

Für alle, die wie ich jetzt noch nicht genug von Paule bekommen, gibt es eine tolle Aktion, die sich der Verlag erdacht hat. Unter dem Hashtag #PostfürPaulePinguin kann man bis zum 15. August für den Pinguin Gründe posten, warum sich das Leben lohnt. Ziel ist es, Paule ein wenig aufzumuntern und ihm zu zeigen, dass das Leben schön ist. Die besten Sätze druckt der Verlag auf ein limitiertes Plakat. Eine wundervolle Aktion, bei der ich natürlich selbst schon mitgemacht habe!


Paule hat sich von Null auf Hundert in mein Herz geschlichen. Der schlecht gelaunte Pinguin beweist, dass auch wenn man einen blöden Tag hatte, sich das Blatt wenden kann. Die Illustrationen sind unsagbar niedlich und alleine die Aufmachung des Covers regt schon zum Kauf an. Der Carlsen Verlag hat hier ein ganz besonderes und zuckersüßes Abenteuer auf den Markt gebracht, das ich nicht mehr missen möchte. Ich hoffe, dass es von Paule Pinguin bald noch mehr geben wird. Ich vergebe für Paule Pinguin allein am Pol von Jory John und Lane Smith fünf von fünf möglichen Lesebrillen und meine wärmste Empfehlung!


Titel: Paule Pinguin allein am Pol
Autor: Jory John
Illustrationen: Lane Smith
Übersetzung: Andreas Steinhöfel
ISBN: 978-3-551-51854-5
Verlag:  Carlsen
Preis: 14,99€
Sonstiges: 32 Seiten, Hardcover



Die genannten Details sind der Website von Carlsen entnommen.

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Belegexemplar!




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