Was Filme besser machen können | Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone [Film]

Vorgestern hatte ich Dank dem Carlsen Verlag die Möglichkeit, den neuen „Maze Runner“-Film zu sehen. „Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von James Dashner. Wie ihr auf meinen Kanälen bereits erfahren habt, bin ich ein großer Fan der Reihe und war daher sehr gespannt, wie mir der letzte Film gefallen würde. Dass sich die Filme in vielen Aspekten stark von den Jugendbüchern unterscheiden, hat mich zu diesem Artikel inspiriert, in dem ich mit euch darüber sprechen möchte, was Filmadaptionen besser machen können als ihre Vorlagen.

Als ich den ersten „Maze Runner“-Film „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ damals im Kino gesehen habe, war ich maßgeblich verwirrt über die vielen Änderungen, die der Film vorgenommen hatte. Alleine schon, dass auf die telepathische Verbindung zwischen Thomas und Teresa verzichtet wurde, hatte mich sehr geärgert und ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Verfilmungen in den nächsten Teilen überhaupt ohne diesen Zusatz weiter verfahren wollten. Dass die Filme dennoch funktionieren, obwohl die Telepathie ein relevanter Aspekt in den Jugendbüchern ist, hat die Reihe bereits bewiesen.
Ist es also okay, wenn Auslassungen vorgenommen werden, die im Buch wichtig sind? Grundsätzlich muss das jeder Fan für sich entscheiden. Man denke da nur an „The Hunger Games“: In den Büchern erhält die Protagonistin Katniss Everdeen die für die Rebellion notwendige Brosche des Spotttölpels von Madge Undersee. Sie ist ihre einzige Freundin in ihrem Zuhause und ihr Bezug zu der Oberschicht in ihrem Distrikt. Für den Film wurde die Figur vollständig ignoriert – Stattdessen erhielt Katniss ihre Brosche auf dem Schwarzmarkt. Und obwohl sich die Fans natürlich wegen dieser Änderung aufgeregt haben, haben die Szene und das Symbol dennoch funktioniert.

Ein Beispiel dafür, dass Filme aber auch floppen können, wenn sie von der Buchvorlage abweichen, ist die „Divergent“-Reihe. Der erste Film lockte schon nicht so viele Besucher ins Kino wie eigentlich erwartet. Umso überraschender war es, dass der zweite Teil die Fans eher begeisterte. Völlig perplex waren die Leser*innen der Bücher aber, als der dritte Film in die Kinos kam. Die Produktion hatte sich dazu entschlossen, das letzte Buch in zwei Filme zu teilen. Die Fans konnten die Entscheidung weder nachvollziehen, noch gefiel es ihnen, wie stark die Handlung vom Original abwich. Jetzt scheint nicht einmal mehr klar, was mit dem letzten Film überhaupt passieren soll. Lionsgate plante einen TV-Film, der im letzten Jahr erscheinen sollte. Wie wir gemerkt haben, wurde daraus nichts. Problem ist wahrscheinlich auch, dass die Hauptdarstellerin Shailene Woodley nicht an einem TV-Film oder einem Spin-Off im Serienformat interessiert ist. Ebenfalls hat sich Miles Teller (Peter Hayes) ausgeklinkt. Der amerikanische Fernsehsender Stars will „Ascendant“ (so der Titel) als TV-Serie machen.

Da kann man wirklich von Glück sprechen, dass die „Maze Runner“-Reihe im Kino gut bei den Zuschauern ankam. Vielleicht liegt es auch daran, dass man die Trilogie einfach mal als Trilogie belassen hat. Es wurde kein weiterer Film dazu gedichtet, keine vier Filme auf drei Bücher gestreckt. Und das, obwohl die letzten beiden Filme nicht mehr viel mit der Buchvorlage gemein haben. Erinnern wir uns nur an die langen Kapitel in der Brandwüste, die im zweiten Film stark gekürzt wurden – Oder an die Städte, die im Buch nicht einmal existierten.
Was die Filme vor allem mit ihrer Vorlage gemeinsam haben, ist der Spannungseffekt. Ich habe die „Maze Runner“-Bücher alle jeweils in ein bis zwei Sitzungen gelesen, weil ich die Bücher einfach nicht aus der Hand legen konnte. Und sogar bei den Filmen krallte ich mich in meinen Kinosessel, so actionreich waren die Szenen. Anders ist es nicht in „Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone“. Man glaubt als Fan, man würde wissen, in welche Richtung der Film geht. Man denkt, man wüsste bereits, wie das Finale endet – Aber da könnt ihr euch schon mal darauf vorbereiten, euch von einigen Änderungen überraschen zu lassen.

Ich war aufgrund der Beziehung zwischen Thomas und Brenda und wichtigen Entscheidungen der Hauptfiguren nie ein großer Fan vom dritten Buch. Mir hat es gefallen, natürlich, aber Band eins und zwei mochte ich doch etwas mehr.
Durch die Änderungen, die am dritten Film vorgenommen wurden, wäre ich bei bestimmten Momenten am liebsten vor Freude aus dem Kinosessel gesprungen. Ich habe mich selbst bei einem breiten Grinsen erwischt und war einfach nur glücklich – Denn so wie die Handlung im dritten Film verlaufen ist, hätte ich das dritte Buch gerne gehabt. Es kann durchaus also auch passieren, dass uns Dinge in den Verfilmungen besser gefallen als im Original. Und das ist gar nicht schlimm.

Die Filme schaffen es vor allem auch durch den Einsatz von Musik eine gewisse Grundstimmung zu schaffen. Im Buch haben wir lediglich unsere eigenen Vorstellungen, die mal mit dem, was wir auf der Leinwand sehen, konform gehen und mal nicht. Ich für meinen Teil stelle mir beim Lesen keine Hintergrundmusik vor, die die Szene untermalt. Die Musik im neuen „Maze Runner“-Film schließt an den Melodien aus den vorigen Teilen an, sodass ich jedes Mal, wenn ich „Rescue“ vom Original Motion Picture Soundtrack höre, Gänsehaut bekomme. Das „Maze Runner“-Theme hat sich schon so fest in meinem Kopf verankert, dass ich es automatisch mit der Buchreihe assoziiere.

Ich war rundum begeistert vom grandiosen Finale der „Maze Runner“-Reihe und ich bin schon gespannt, wie er beim Publikum und vor allem bei euch ankommt. Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, wie ihr die Buchreihe findet und ob euch der letzte Film ebenso begeistert hat.

Vielen Dank an Carlsen für die Kinokarte!




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Vielen Dank an CELEBRITY INTERVIEWS Parviz Khosrawi für die Bereitstellung des Interviews.

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