Rezension: The 100 - Heimkehr


Lange habe ich gewartet, um endlich Die 100 - Heimkehr von Kass Morgan zu lesen! Der bei Heyne fliegt erschienene dritte Band der Reihe erzählt von einer finalen Schlacht, die vor den Straftätern aus dem All liegt. Final? Aber Moment, kommt da nicht noch ein vierter Band? Richtig gehört! Warum mir das meine Lesebegeisterung nahm und wir mir der dritte Teil der Reihe gefiel, erfahrt ihr heute in meiner Rezension.





Die jugendlichen Straftäter aus dem All haben sich an ihr neues Leben auf der Erde gewöhnt. Sie haben eine Gemeinschaft aufgebaut und gelernt, wie sie in ihrer neuen Umgebung überleben können. Sogar die Begegnung mit den Erdgeborenen haben sie gemeistert, doch nun ist es ihr altes Leben, das sie einholt. Kolonisten sind in ihrem Camp gelandet, darunter auch Vizekanzler Rhodes, der sich nicht davon abhalten lassen will, von der Gaia-Doktrin abzusehen. Schnell merken die Hundert, dass sie in ihren eigenen Reihen gefangen sind. Wollen sie die Gemeinschaft zerschlagen um für ihre Freiheit zu kämpfen oder fügen sie sich ihrem neuen Schicksal? Welche Rollen spielen dabei die Erdgeborenen? Kann es für die Hundert überhaupt ein friedfertiges Leben auf der Erde geben?



Die 100 – Heimkehr war zunächst als dritter und finaler Teil der Reihe angekündigt. Aktuell schreibt Kass Morgan jedoch an einem vierten Roman, um die Serie zu vervollständigen. Wann und ob dieser bei Heyne fliegt erscheint ist noch nicht klar. Ich bin zu Lesebeginn mit der Einstellung an das Buch gegangen, Die 100 damit zu beenden, doch mittendrin hörte ich von den Änderungen. Um ehrlich zu sein hat mich das enorm ausgebremst. Ich hatte zwischendrin sogar teilweise die Lust verloren, weil ich eigentlich mit einem epischen Finale gerechnet hatte. Nichtsdestotrotz habe ich mich natürlich hinter die Seiten geklemmt.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern brauchte der dritte Teil einen langen Anlauf, um Spannung aufzubauen. War ich in den ersten Bänden noch sehr begeistert davon, wie intensiv mit den Emotionen des Lesers gespielt wurde und wie Schlag auf Schlag die Action einsetzte, enttäuschte mich Band drei dahingehend. Erst nach hundert Seiten wurde es für meinen Geschmack langsam spannend und selbst dann war ich leider nicht richtig gepackt, um großartig bei der Geschichte mitzufiebern. Das lag vor allem aber auch daran, dass Teile des Romans dieses Mal sehr vorhersehbar wirkten. Einige Charakterentwicklungen waren mir zu klar und manche Endungen waren schlichtweg zu leicht gestrickt. Ich hätte mir einfach mehr Überraschungsmomente gewünscht.

Einige Charaktere haben mich am Ende dann aber doch überrascht. Als ich die Reihe begann, hatte ich klare Favoriten unter den Figuren. Mittlerweile hat sich die Geschichte so drastisch geändert, dass ebenjene Charaktere, die ich früher sehr mochte, heute eher weniger favorisiere und umgekehrt. Das brachte etwas mehr Unterhaltung und Dramatik in die Erzählung.


Wie auch Band eins und zwei behält der dritte Roman seine Erzählstruktur. Die Geschichte ist in unterschiedliche Kapitel gegliedert, die jeweils aus der Perspektive einer bestimmten Figur erzählt werden. Ich bin immer noch ein großer Fan dieses Aufbaus, denn auf diese Weise hat man nicht nur eine ganz unterschiedliche Einsicht in die Romanwelt, sondern wird man auch leicht wahnsinnig, wenn ein Kapitel spannend endet und man sich erst einmal durch drei andere Figurenkapitel lesen muss. Und das ganz im guten Sinne, denn dadurch bleibt die Spannung erhalten.


Ich hätte gerne gesagt, dass der dritte Band ein würdiger Abschluss der Reihe ist, doch mit einem vierten Roman, der folgen soll, kommt er mir eher wie eine dazwischen geschobene Geschichte vor. Es passierte trotzallem einfach zu wenig, um die Handlung weiterzubringen. Ich habe zwar schon eine Idee, was im vierten Band auf uns warten könnte, doch ich bin mir auch nicht sicher, ob Kass Morgan es schaffen wird, noch mehr über die Welt der Hundert zu erzählen, als bereits gesagt wurde. Im Vergleich zu den Vorläufern ist Teil drei meiner Meinung nach eher insgesamt schwach, weshalb ich drei von fünf Lesebrillen für Die 100 – Heimkehr vergebe.






Titel: The 100 - Heimkehr
Autorin: Kass Morgan
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 12,99€
ISBN: 978-3-453-27071-8
Sonstiges: 320 Seiten, Paperback


Die genannten Details sind der Website von Random House entnommen.

Vielen Dank an Random House für das Leseexemplar!




Kommentare:

  1. Huhu,

    mir ging es wie dir. Ich habe die Bücher extra auf englisch gelesen, weil ich nicht auf die Übersetzung warten wollte. Und dann war ich von Teil 3 richtig enttäuscht. Ich hatte teilweise das Gefühl, er wäre von einer anderen Autorin geschrieben worden. Denn die Spannung aus Teil 1 hat mir wirklich gefehlt. Auch fand ich es schade, dass einige Charaktere komplett verschwunden waren. (Hab den Namen vergessen, aber der eine Junge, der im ersten Teil so viel Ärger macht, ist auf einmal gar nicht mehr da.)
    Ich weiß noch nicht genau, was ich davon halten soll, dass es weitergeht... wahrscheinlich werde ich auch dieses Buch lesen, aber halt mehr so, um die Reihe zu vervollständigen.

    Liebe Grüße
    Jasmin von buch-leben

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    1. Huhu Jasmin,

      da kann ich dir nur zustimmen - es fehlte einfach das gewisse Etwas! Der erste Band hat mich auch stark begeistert, aber mittlerweile würde ich auch sagen, dass ich den vierten Band eher zur Vervollständigung lesen werde.

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