Unterwegs: Comiciade Aachen 2016


Vom bis 09. bis zum 11. September fand die Comiciade in Aachen statt – ich besuchte die Comicmesse im Ludwig Forum am vergangenen Samstag, um nicht nur nach neuen Comics Ausschau zu halten, sondern auch um beim Cosplay Contest zuzusehen und beim Perücken-Workshop mitzumachen. Was auf der Messe los war, erzähle ich euch heute in meinem Event-Bericht.

Um möglichst viel von der Messe zu haben waren meine Begleitung Anna und ihre Freundin Franzi und ich schon früh vor Ort. Am Ticketschalter wurden wir freundlich willkommen geheißen, guckten aber erst einmal etwas blöd aus der Wäsche, als uns gesagt wurde, wir müssten unsere Getränke und Taschen an der Garderobe abgeben. Die Erklärung folgte sogleich, denn das Ludwig Forum ist nun einmal auch ein Museum und als Besucher der Convention hatte man gleichzeitig die Chance, sich die aktuelle Ausstellung anzusehen.
Nur mit dem Mobiltelefon und dem Portemonnaie bewaffnet sahen wir uns um und schon nach wenigen Augenblicken traf ich auf Steffen von Panini, mit dem ich mich dann erst einmal eine ganze Weile unterhielt. Joss Whedon, Jessica Jones Megaband, die coolsten und spannendsten Marvel-Girls – was man ebenso auf einer Comicmesse bespricht. Steffen erzählte mir auch von Panini Comics TV, einem YouTube-Format des Verlags, dessen Videos ich am gleichen Abend noch verschlang.
Die Stände waren aber grundsätzlich eher überschaubar. Von den üblichen mangaresken Kawaii-Ständen mit Plüschlamas und Co. waren vor allem die Zeichner und Zeichnerinnen mit ihren Titeln vertreten. Wie unter anderem die zauberhafte Sarah Burrini, die mir sogleich ihren neuen Comic signierte oder Timo Würz von Ghost Realm, der bei einer Live-Zeichnung mitwirkte. Die Künstler und Künstlerinnen bekamen ihre eigenen Tische, an denen sie nicht nur ihre Titel, sondern auch kleine Gimmicks wie Buttons oder Lesezeichen verkaufen konnten. Auf diese Weise kam man direkt mit ihnen ins Gespräch und konnte sich informieren.
Neben Verlagen und Kunstschaffenden waren aber auch eher ungewöhnliche Stände vertreten, wie die Tolkien AG, einer Schul-Arbeitsgemeinschaft, die eine Tolkien Zeitschrift herausgibt. Ebenfalls waren die Helden für Herzen anwesend, die über ihr gemeinnütziges Projekt berichteten, bei dem Cosplayer etwas Gutes tun können.
Ich schlug natürlich auch zu, denn ein Händler verkaufte aktuelle second Hand Comic-Titel zum halben Preis. Das war einer meiner großen Highlights, denn so kam ich auf der Messe relativ kostengünstig an neuen Lesestoff, womit ich bei dem eher überschaubarem Angebot gar nicht mehr rechnete.

Brauchte man eine Verschnaufpause, so konnte man es sich außerhalb der Halle gemütlich machen. Dadurch, dass es an dem Wochenende ziemlich warm war, nutzten wir diese Möglichkeit gleich mehrfach. Zu humanen Preisen konnte man sich bei einem kalten Getränk auf den Bänken niederlassen. Wer Hunger verspürte, hatte bei japanischem Gebäck, veganen Burgern und, und, und zugreifen können – das Angebot war überraschenderweise recht groß.

Am Nachmittag ging es einmal vom Ludwig Forum in die Kirche nebenan, doch der Cosplay-Contest war eher ein Reinfall. Die Bühne wurde erst richtig aufgebaut, als es schon hätte losgehen sollen und die Sitzplätze waren anfänglich weitestgehend leer. Begrüßt wurden wir von Devin, der auf seiner Gitarre ein paar Lieder spielte, obwohl wir eigentlich planmäßig den Wettbewerb sehen wollten. An diesem nahmen nicht einmal zehn Performer teil und selbst über die Qualität der Vorträge ließe sich streiten. Wir hatten uns davon irgendwie mehr versprochen, nachdem die Location wirklich schön und ausgefallen war und auf der Website doch recht viel für die Voranmeldung zu beachten war (anbei sollte hier noch gelobt werden, dass dort auch nach den tatsächlich gekauften Kostümteilen gefragt wurde). Highlight war ein junges Mädchen in einem japanischen Schülerinnen-Kostüm, das etwas schüchtern auf die Bühne trat und sich einfach ein bisschen ohne Hintergrundmusik im Kreis drehte. Sie war wirklich zauberhaft niedlich!

Für uns ging es dann wieder zurück auf die Messe, auf der wir uns mit den Leuten von Messehunter unterhielten, die häufiger auf Conventions anzutreffen sind. Es wurden Fotos geknipst, ehe weitere Comics erstanden wurden, bis es schließlich Zeit für den Perücken-Workshop war. Die Cosplayerin Revy war selber etwas irritiert, dass ihr Raum noch nicht zur Verfügung stand, weshalb wir deutlich später anfangen mussten. Sie zeigte uns ihre Arbeiten und klärte uns Schritt für Schritt über den Umgang und die Handhabung mit Perücken auf. Ich lernte viel dazu, weswegen der Workshop der herzlichen Cosplayerin, die sich ausreichend Zeit für unsere Fragen nahm, ein Highlight wurde.
Im Anschluss schlenderten wir nochmal über die Messe, begegneten noch ein paar bekannten Gesichtern und Freunden, ehe es wieder Richtung Heimat ging. Die Comiciade war zwar nicht gerade groß und kein riesiges Kaufparadies, doch auch im nächsten Jahr möchte ich wieder hin. Es war wie ein kleines Familientreffen. Organisatorisch hätte hier und da manches noch etwas besser laufen können, aber schlussendlich erlebten wir einen wundervollen Tag.

Vielen Dank, liebe Comiciade!










Kommentare:

  1. Während ich gelesen habe, musste ich schauen wann die Connichi war, aber gut die war diesmal später als ich dachte xD
    Dennoch glaube ich so eine Veranstaltung eine Woche vor der Connichi grade mit Cosplay Wettbewerb, weiß nicht ob das so gut ist. Aber bei den ganzen Zeichnern die ich immer höre oder auch Cosplayer hab ich generell von der Comiciade noch nie was gehört ist die neu?

    Aber ansonsten find ich Bericht und Fotos gut, macht irgendwie neugierig =)
    Sieht das auf den Bildern nur so aus oder waren generell wenig Cosplayer vor Ort?

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    1. Ja, das stimmt natürlich - da sind die meisten dann sowieso eher auf der Connichi unterwegs.

      Die Comiciade habe ich auch das erste Mal besucht, die gibt es wohl seit 2014.

      Und vielen Dank für den lieben Kommentar - es freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat!

      Ach, das war eher durchwachsen von den Cosplayern her - die meisten waren dann auch in oder an der Kirche anzutreffen, weil dort die Cosplay-Sachen stattfanden.

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