Rezension: Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen


Nach unserer Blogtour zu Sarah J. Maas‘ neuem Roman Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen geht heute meine Rezension zu dem Titel online. Ihr erfahrt noch ein paar mehr Details über das Jugendbuch, das im Februar bei dtv erschienen ist und könnt nachlesen, wie mir das Fantasy-Epos gefallen hat!


Feyre lebt mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen, seitdem ihr Vater sein Geschäft verloren hat. Sie muss selbst auf die Jagd gehen, um das eigene Magenknurren und das ihrer Schwestern und ihres Vaters zu stillen. Bei einem ihrer Streifzüge wird ihr Schicksal jedoch auf den Kopf gestellt: Feyre soll nicht länger im Land der Sterblichen leben und wird in eine ihr gänzlich neue Welt entführt. Dort liegt die Magie förmlich in der Luft. Feyre muss nicht nur mit ihrer veränderten Lebenssituation klarkommen, sie lernt auch mehr über einen schrecklichen Fluch, der ihr neues Zuhause heimsucht. Die junge Frau hat keine andere Wahl, als sich in dieser Welt zu behaupten.

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen ist der Auftaktroman einer neuen Reihe der Bestsellerautorin Sarah J. Maas. Ich habe durch den dtv Verlag vom Titel erfahren und durfte im Zuge einer Blogtour nicht nur mehr über den Roman berichten, sondern ihn und seine Protagonisten auch besser kennenlernen.

Spannend ist vor allem, dass die Fantasygeschichte eine Neuerzählung des Märchens Die Schöne und das Biest von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont ist. Die größten Gemeinsamkeiten sind wohl die verarmten Verhältnisse in den Familien der Protagonistinnen und dass ebenjene aus ihrer Welt in eine neue entführt werden, in der sie bei einem Biest leben. Zumal es in Sarah J. Maas‘ Titel deutlich heftiger zugeht, als im Märchen! Die Ähnlichkeiten sind zwar durchaus gegeben, jedoch ist Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen ein eigenständiges Werk und nicht eins zu eins mit dem Volksmärchen zu vergleichen.

Die Autorin hat es einfach drauf, ihre Leser mit ihren Welten zu verzaubern: dieses Mal nimmt sie uns mit nach Prythian. Vor allem Umgebungen und Landschaften verselbstständigten sich beim Lesen in meinem Kopf und ließen mich von den verschiedenen Höfen der sogenannten Fae träumen. Bei den unterschiedlichen Fantasywesen hatte ich allerdings manchmal meine Schwierigkeiten mir diese genauer vorzustellen: irgendwie konnte ich mir an einigen Stellen im Buch kein einprägendes Bild von ihnen machen, auch wenn die Autorin die Wesen in der jeweiligen Textstelle beschreibt.

Die Geschichte folgt vor allem der Protagonistin Feyre aus der ersten Person Singular, sodass man sich gut in die junge Jägerin hineinversetzen kann. Sie ist nicht nur mutig, sondern versucht sie auch ständig ihren eigenen Willen durchzusetzen – das führt oft dazu, dass man Feyre am liebsten an den Schultern rütteln möchte. Gerade ihr Verlangen, zurück zu ihrer Familie zu wollen, empfand ich beim Lesen als doch etwas übertrieben. Schließlich wird Feyre Zuhause nicht gerade fürsorglich behandelt. Ihre Sturheit ist aber durchaus wichtig, um ihren Charakter zu formen und trägt daher auch zu der Handlung bei. Was ich dagegen am interessantesten an ihr fand, war, dass sie weder lesen noch schreiben kann. Eine legasthenische Hauptfigur war mal etwas ganz anderes und daher wunderbar erfrischend und vor allem Mut machend, dass man seine Schwächen überwinden kann.
Neben ihr stehen vor allem viele männliche Figuren im Vordergrund, die meiner Meinung nach in erster Linie geschaffen wurden, um sexuelle Spannungen zu erzeugen. Mich interessierten dabei eher die Nebencharaktere, als die männlichen Protagonisten, da ich das Gefühl hatte, dass ebenjene detaillierter in der Gestaltung ausgearbeitet wurden. Ich empfand, dass sich Feyres Gegenparts zu stark darauf konzentrierten, ein Love Interest zu sein und der eigene Charakter dabei gar nicht mehr so wichtig war.
Gerade die Äußerlichkeiten waren für mich beim Lesen problematisch: jede Figur wird irgendwo als wunderschön bezeichnet. Die Autorin legt viel Wert auf die Äußerlichkeiten ihrer Charaktere. Dabei kommt es allerdings manchmal zu verwirrenden Beschreibungen: mal sind die Haare einer Figur rotblond, mal rotgold und mal gold. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Fae durch ihre Schönheit schwer zu beschreiben sind? Auch bei Feyre war ich mir oft gar nicht sicher, ob sie nun blonde, braune oder aschblonde Haare hat. Augenfarben werden prinzipiell häufig mit Meerestiefen oder Tannenwäldern verglichen und laden zum in ihnen Versinken ein.
Dadurch, dass die Charaktere schlichtweg anziehend sein sollen, kommen die sexuellen Anspannungen nahezu von alleine. Bei vielen Szenen, in denen sexuelle Spannung herrscht, habe ich mich nicht immer wohlgefühlt: obwohl ganz klar dargestellt wird, dass sich eine Figur gegen Berührungen wehrt, wird das ignoriert und mit einem Mal sind die Berührungen vielleicht doch gar nicht so schlimm – in meinen Augen funktioniert so etwas einfach nicht als Basis einer sich aufbauenden Beziehung. Auch spätere Liebesszenen hinterließen bei mir durch die Wortwahl teilweise einen bitteren Beigeschmack. Ich hätte auf diesen Teil der Geschichte durchaus auch verzichten können, denn für mich waren ganz andere Stellen viel spannender und viel tragwürdiger für die Handlung.

Erzählerische Höhepunkte waren für mich der Anfang und die letzten hundertfünfzig Seiten, in denen es richtig actiongeladen zugeht. Sarah J. Maas hat einfach viel Ahnung von Spannungsaufbau! Nach einem Kapitel schafft die Autorin es mittels Cliffhanger den Leser zu fesseln: man kann gar nicht anders, als weiterzulesen. Insbesondere gegen Ende des Romans kann man es wirklich vergessen, das Buch aus der Hand zu legen. Die Dynamik ist hier gut getroffen und wechselt zwischen wenigen Momenten, in denen sich die Figuren eine Atempause gönnen und rasanten Abenteuern, in denen es um Leben oder Tod geht.
Hätte ich nicht gewusst, dass es sich bei dem Roman um eine Reihe handelt, hätte Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen vielleicht auch gut als Einzelband funktioniert. Das Ende ließ mich wirklich zufrieden seufzend zurück und ich habe mich richtig träumerisch in die Welt der Fae entführt gefühlt. Natürlich bleibt es auch spannend, wie es mit den Figuren weitergeht!


Sarah J. Maas entführt uns mit ihrem Romanauftakt Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen in eine zauberhafte Welt der Magie. Die Fantasyelemente kommen nicht zu kurz und lassen wundervolle Bilder entstehen. Insbesondere die Protagonistin hat eine interessante Hintergrundgeschichte, die außergewöhnlich für die Figurendarstellung ist. Die Handlung sorgt vor allem wegen ihrer Dynamik für spannende Lesestunden. Allerdings muss man bei diesem Titel auch Fan von verzwickten Liebesgeschichten sein und mit schwierigeren sexuellen Spannungen umgehen können. Gerade diese habe ich eher als problematisch angesehen. Ich vergebe für Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas daher drei von fünf Lesebrillen und bin ganz gespannt, wie es im zweiten Band mit Feyre weitergeht!


Titel: Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen
Autorin: Sarah J. Maas
Übersetzung: Alexandra Ernst
ISBN: 978-3-423-76163-5
Verlag: dtv
Preis: 18,95€
Sonstiges:  480 Seiten, Hardcover



Die genannten Details sind der Website von dtv entnommen.

Vielen Dank an dtv für das Leseexemplar!



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