Rezension: Captain America – Steve Rogers – Band 1: Im Zeichen der Hydra


Wisst ihr noch, als es damals den Aufschrei gab, weil Captain America angeblich insgeheim immer ein HYDRA-Agent gewesen sein sollte? Diesen kontroversen Comic gibt es nun auch auf Deutsch bei Panini Comics zu lesen. Ihr erfahrt, warum Steve Rogers die Seiten wechselt und vor allem lernt ihr seine Mutter und ihre Hintergrundgeschichte kennen. Wie mir Im Zeichen der Hydra gefallen hat, verrate ich euch heute in meiner Rezension.


Die Terrororganisation HYDRA will sich neu formieren und sucht nach Handlangern. Aber nicht nur Baron Zemo, sondern auch Red Skull planen unabhängig voneinander die Herrschaft HYDRAs, was zu Missverständnissen und Problemen führt. Mittendrin ist Steve Rogers, Captain America, der durch das Ereignis in Pleasant Hill und das SHIELD-Projekt Kobik zu alter Stärke gelangt ist. Kann Captain America HYDRA aufhalten?

Ich war auf die umstrittene neue Captain America Storyline schon sehr gespannt! Als ich damals erfuhr, dass Steve Rogers die Seiten gewechselt haben soll, bin auch ich aus allen Wolken gefallen. Mein Held sollte für HYDRA kämpfen? Ich wollte natürlich herausfinden, was hinter alldem steckt!

Wer beim Avengers Standoff nicht aufgepasst hat, wird möglicherweise Schwierigkeiten haben, die Geschichte zu verstehen. Immer wieder finden sich Referenzen und Andeutungen, die sich auf das Geschehen in Pleasant Hill beziehen: Dort hielt SHIELD allerlei von ihnen gedankenmanipulierte Schurken fest, denen sie in dem Dörfchen eine neue Heimat gegeben haben. Durch den kosmischen Würfel Kobik konnte die Realität verändert werden. Captain America und die Avengers lieferten sich im Standoff eine große Schlacht, die dazu führte, dass Steve zu seinen alten Kräften zurückgelangte. Deshalb ist auch Baron Zemo in dieser Ausgabe wieder mit von der Partie: Er erhielt sein Gedächtnis zurück und konnte aus Pleasant Hill entkommen.
Mir persönlich fiel es manchmal schwer, den Ereignissen zu folgen und dass, obwohl ich das Standoff gelesen hatte. Das war zwar schon ein bisschen her, dennoch bereiteten mir manche Szenen Schwierigkeiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ohne das Standoff in diesem Comic großartig zurechtkommt, was ich sehr schade finde. Natürlich ist es wichtig zu verstehen, dass Steve jetzt nicht mehr der alte Mann mit den Kräften ist, sondern wieder frisch und jung zur Arbeit geht – aber ich finde, man hätte einiges noch nachträglich in den Sprechblasen erklären können, anstatt es für selbstverständlich zu nehmen, die Vorgeschichte zu kennen.

Interessant ist in diesem Comic die Interaktion zwischen Steve und seinem Freund Sam Wilson, den vielleicht einige von euch als Falcon kennen. Sam trägt jetzt schon seit einiger Zeit das Kostüm von Captain America, er ist der aktuelle Captain America. Das ändert sich aber natürlich dadurch, dass Steve plötzlich wieder fit ist. Die Gespräche der beiden sind intensiv und es steht die Frage im Raum, wer denn den Schild führen sollte. Der alte Captain America oder der neue?
Da ich grundsätzlich kein Fan von Agent Sharon Carter bin, war ich etwas enttäuscht, dass sie im Comic so oft auftaucht. Das ist aber wiederum nur verständlich, schließlich ist sie mit Steve liiert und bezieht als Commander eine hohe Position. Sie setzt sich für den Kampf gegen HYDRA ein. Ich mochte es, wie badass und stark sie in der Geschichte gezeichnet und geschrieben wurde, denn damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.
Vermisst habe ich Bucky Barnes – der ist zwar aktuell mit dem kosmischen Würfel Kobik unterwegs, aber ich hätte es, gerade nach dem, was beim Standoff passierte, gut gefunden, ihn gemeinsam mit Steve zu sehen. Schade, dass seine Präsenz ausblieb.

Das Besondere an dem Titel sind die zahlreichen Episoden, die aus den 20er Jahren erzählt werden. Wir lernen mehr über die Beziehung von Steves Eltern, begegnen vor allem seiner Mutter und erfahren, welche Beziehung Steve schon in Kinderjahren zur HYDRA-Organisation führte.
Die Storys sind in wunderschönen Farben gehalten, die mich vollkommen begeisterten. Das triste Grau wird von einigen roten Highlights abgelöst, wodurch man den Eindruck erhält, wirklich in die Vergangenheit zu reisen. Ich hätte gerne noch mehr dieser Szenen gelesen, denn meiner Meinung nach waren sie der absolute Höhepunkt von Im Zeichen der Hydra!

Die Farben der restlichen Geschichte sind zwar vorwiegend eher dunkel gehalten, aber dennoch bunt illustriert. Mir gefiel primär, wie plastisch die Gesichter wirkten: Manchmal hatte ich das Gefühl, Steve und Sharon würden gleich aus ihrem Panel springen. Vor allem die natürlichen Hintergründe, wie beispielsweise der Wolkenhimmel, sind hübsch anzusehen. Der Zeichenstil konnte mich insgesamt überzeugen.

Durch die komplexe Handlung ist Captain America – Steve Rogers – Band 1: Im Zeichen der Hydra vielleicht doch nur etwas für Fans. Ich empfehle, die Vorgeschichte des Standoffs vorher nachzulesen, um der Geschichte besser folgen zu können. Der Band ist nicht nur gut erzählt, sondern auch exzellent gezeichnet. Das Highlight waren für mich allerdings nicht die Episoden aus der Gegenwart, sondern die Szenen aus der Vergangenheit – Ich hätte gleich einen ganzen Comic über die Hintergründe von Steves Eltern lesen können. Schade, dass die Handlungsebene nur so kurz ausgeführt wurde. Captain America – Steve Rogers – Band 1: Im Zeichen der Hydra weckt nostalgische Gefühle und schockt mit unvorhersehbaren Wendungen. Ich vergebe vier von fünf möglichen Lesebrillen für die Lektüre!


Titel: Captain America - Steve Rogers - Bd. 1: Im Zeichen der Hydra
Illustrator: Jesus Saiz
Autor: Nick Spencer
ISBN: 978-3741601545
Verlag: Panini Comics
Preis: 12,99€
Sonstiges: 100 Seiten, Softcover, farbig



Die genannten Details sind der Website von Panini entnommen.

Vielen Dank an Panini für das Belegexemplar!



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