Rezension: Die Schule der magischen Tiere 1: Die Schule der magischen Tiere


Kennt ihr das auch? Ihr findet ein Buch so niedlich, dass ihr es gar nicht mehr aus der Hand geben möchtet? So erging es mir mit Die Schule der magischen Tiere von Margit Auer. Der Titel, der beim Carlsen Verlag erschienen ist, umfasst mittlerweile acht Bände, der neunte erscheint im November. Ich habe mir das erste Buch vorgeknöpft und möchte euch heute verraten, worum es in Die Schule der magischen Tiere geht und wie mir der Auftakt der Reihe gefallen hat.


Ida ist neu an der Schule. Mit ihrer Familie ist sie umgezogen und schon jetzt geht ihr alles auf die Nerven. Vor allem ist sie aber auch nervös wegen des ersten Schultags. Doch nicht nur Ida hat Probleme und Bedenken, auch ihre Klassenkameraden tragen ganz eigene Konflikte aus. Beispielsweise ist da Benni, der gemobbt wird, weil er in Sport nicht gut ist und immerzu träumt. Als eines Tages eine neue Lehrerin auftaucht und der Klasse von der Schule der magischen Tiere erzählt, werden die Schüler hellhörig. Einige von ihnen sollen ein magisches Tier erhalten, das ihnen zur Seite steht und sie beschützt. Diese Tiere sind etwas ganz Besonderes, denn sie können sprechen und sollen seinem Besitzer aus Notlagen helfen. Wer gehört zu den Glücklichen, der sich schon bald über ein magisches Tier freuen darf?
Gleich zu Beginn lernen wir viele unterschiedliche Figuren und Tiere kennen. In einer Art Vorstellung werden auf zwei Seiten mit Illustrationen die Charaktere präsentiert, die in diesem Buch vorkommen werden. Ganz besonders gefiel mir dabei auch der schon zu Beginn unternommene Spannungsbogen. „Wer von ihnen braucht wohl am dringendsten ein magisches Tier?“, wird hier gefragt. Darunter findet man Illustrationen und Kurzbeschreibungen der Klassenkameraden. Das machte mir direkt Lust darauf, mehr zu erfahren und den Roman sogleich zu beginnen.
Man folgt mehreren Figuren und erhält daher einen Einblick in unterschiedliche Perspektiven. Mal geht man Mister Mortimer Morrison, dem Inhaber der magischen Zoohandlung, auf eine Expedition, mal liest man ein Kapitel aus der Sicht einer der Schüler. Und schließlich haben auch die Tiere kleinere Auftritte. Durch das weite Spektrum an Perspektiven kann es bei dem Buch gar nicht langweilig werden!

Die Hauptcharaktere sind vor allem Benni und Ida, die unterschiedlicher gar nicht sein können. Es ist schön, dass direkt ein Junge und ein Mädchen ins Aufmerksamkeitszentrum rücken, sodass sich die (wohl eher vornehmend jüngeren) Leser*innen gleich mit beiden Charakteren identifizieren können.
Ida ist neu in der Stadt und somit auch neu in der Wintersteinschule. Sie ist ehrgeizig und klug, doch durch den Umzug plagen sie natürlich Ängste. Benni dagegen ist verträumt und eher introvertiert. Als Außenseiter hat er leider nicht viele Freunde und könnte ein magisches Tier daher natürlich gut gebrauchen. Das Schöne an der Geschichte ist, dass man vielleicht zwar schon ahnt, wer ein magisches Tier erhält, es aber nie so genau wissen kann. Dadurch, dass nicht nur Benni und Ida vorgestellt werden, sondern gleich zahlreiche ihrer Klassenkameraden, kann man gespannt miträtseln. Vermutlich sind die Nebenfiguren auch wichtig für die Folgebände der Reihe – denn schließlich möchte jeder gerne ein magisches Tier erhalten!

Die Tiere gefielen mir besonders gut. Von Elstern über Pinguinen und Schildkröten wird eine ganze Bandbreite an Tieren dargeboten. Gut gemacht ist auch der Lerneffekt: Während des Lesens lernt man immer mehr über die Tierarten und kann sich darauf freuen, seinen Horizont zu erweitern. Die magischen Tiere können allerdings nur mit ihren Besitzern sprechen, von anderen werden sie nicht gehört. Dadurch entstehen oft komische Situationen, die für viel Humor sorgen. Die Tiere haben witzige und kesse Sprüche auf Lager, die mich oft zum Schmunzeln brachten. Man wünscht sich direkt, selbst ein magisches Tier pflegen zu dürfen. Gerade für Tierliebhaber ist diese Buchreihe natürlich perfekt. Und wenn man den ersten Band beendet hat, will man sofort wissen, welche Tiere als nächstes auftauchen werden! Es bleibt also spannend.

Durch das Aufeinandertreffen der Tiere und der Schüler entstehen ganz neuartige Freundschaften, bei denen es schön war, mitanzusehen, wie sie wachsen. Aber nicht nur Freundschaft ist ein relevanter Aspekt in diesem Roman, auch weniger schöne Themen, wie beispielsweise Mobbing, werden angesprochen. Es ist wichtig, dass Mobbing in Kinderbüchern thematisiert wird, denn es könnte Betroffenen helfen, besser damit umzugehen und Mut zu finden. Mir gefiel vor allem, dass in diesem Buch auch mal die andere Seite, nämlich der Täter, aufgegriffen wird. So gelingt der Einblick, warum Kinder überhaupt mit dem Mobbing beginnen. Natürlich alles auf einer reflektierten Ebene – hier soll Mobbing nicht relativiert werden!
Und obwohl auch ernstere Motive im Buch zu finden sind, ist Die Schule der magischen Tiere vor allem eine humorvolle und seichte Geschichte für Zwischendurch.

Mit nur knapp 200 Seiten, kurzen Kapiteln und eher einfach gebauten Sätzen hat man Die Schule der magischen Tiere schnell ausgelesen. In Anbetracht der Tatsache, dass der erste Band ab acht Jahren empfohlen wird, ist man als ältere*r Leser*in natürlich auch schneller mit der Geschichte durch, dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und nicht den Eindruck gehabt, dass das Buch ausschließlich für Kinder zu lesen ist. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß!

Der Text wird darüber hinaus auch oft durch Telegramme oder Briefe unterbrochen, was beim Lesen sehr erfrischend ist. Vignetten und Illustrationen sorgen für eine kreative Vielfältigkeit und können vor allem jüngeren Leser*innen helfen, sich die Figuren und Tiere besser vorstellen zu können. Die Zeichnungen von Nina Dulleck sind mit einfachem Strich geführt und schwarzweiß gehalten. So bleibt genug Spielraum für eigene Interpretationen und Fantasien.


Ich war wirklich begeistert vom ersten Band der Die Schule der magischen Tiere. Die Figuren sind toll konzipiert und die Tiere will man am liebsten gleich mit nach Hause nehmen. Indem die Thematiken vielfältig sind und sich nicht nur auf Friede-Freude-Eierkuchen konzentrieren, bleibt die Erzählung permanent spannend. Dadurch, dass die Geschichte quasi dazu einlädt, sie in einem Rutsch zu lesen, ist der Lesegenuss zwar ein kurzer, dafür aber auch ein unterhaltsamer. Mir machte Die Schule der magischen Tiere einfach Spaß! Und weil ich an dem Titel von Margit Auer auch nichts auszusetzen habe, erhält er von mir fünf von fünf möglichen Lesebrillen!



Titel: Die Schule der magischen Tiere 1: Die Schule der magischen Tiere
Autorin: Margit Auer
Illustratorin: Nina Dulleck
Verlag: Carlsen Verlag
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3-551-65271-3
Sonstiges: 208 Seiten, Taschenbuch

Die genannten Details sind der Website von Carlsen entnommen.

Vielen Dank an Carlsen für das Belegexemplar!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Lea,

    ich habe die Bücher jetzt schon ein paar Mal auf Instagram, insbesondere bei @howlingpages gesehen und seither stehen sie auf meiner Wunschliste. Die Bücher klingen einfach so fantastisch <3 und jetzt nach deiner tollen Rezension möchte ich sie am liebsten direkt lesen <3

    Liebste Grüße
    Ivy

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    1. Hallo liebste Ivy,

      hach, wie schön, dass ich dir Lust auf den Titel machen konnte! Ich kann dir die Reihe auch nur empfehlen, wenn du Kinderbücher magst ♥

      Liebe Grüße
      Lea

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