Favoriten: Die Toten



Es wurde bereits versprochen, dass es auf diesem Blog kunterbunt zugehen wird. Mein eher untypisches Buch-Blog-Konzept geht mit der ersten Favoriten-Vorstellung einher, denn hierbei handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um eine Comic-Reihe. Als jemand, der gerade einmal eine Handvoll Comics besitzt, musste ich mich erst überzeugen lassen. Das geschah im Frühjahr in Düsseldorf auf der The Walking Dead- und Zombie-Convention InfeCtiON.


Wie bekämpft man in Deutschland Zombies, wenn man keinen Waffenhaushalt wie in den USA führt? Können Zombies im deutschen Winter einfach erfrieren? Wie lange kann das Handy-Netz stabil bleiben, wenn bei uns im ganzen Land der Strom ausfällt? Diese Fragen stellten sich unter anderem im Die Toten-Panel im Februar 2014 auf der InfeCtiON. Ein Panel, dass ich anfänglich gar nicht zu besuchen beabsichtigt hatte. Als ich hörte, dass es sich bei der Vorstellung um Geschichten rund um Zombies in Deutschland handelte, war mein Interesse geweckt. Wie ist das wohl so, wenn in Deutschland die Apokalypse ausbricht? Wir können nicht mal eben so, wie die Amerikaner, die Knarren zücken. Kann man sich überhaupt gegen die Zombies verteidigen?
Das Panel wurde letztendlich zu meinem persönlichen Favoriten der Convention. Mit Christopher Tauber, der gemeinsam mit Stefan Dinter Die Toten erschaffen hat, führte ich bei einem Bierchen auf der Party noch ein tolles Gespräch und spätestens ab da stand für mich fest: Muss. Ich. Haben.

Die Toten erzählt von der Zombie-Apokalypse in Deutschland aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Mal wird ein Altenheim zum Handlungsort, mal eine Schule oder eine Fußgängerzone. Besonders interessant ist, dass sich mit den wechselnden Ortschaften wie München, Köln oder Frankfurt auch die Zeichenstile und Autoren ändern. Richtig gelesen: Es handelt sich bei der Comic-Reihe nämlich um einzelne abgeschlossene Episoden. Dadurch lernt man als Leser viele verschiedenartige Charaktere (egal ob jung, alt, Tier oder Mensch) kennen, die das Geschehen spannend halten. Man stellt sich permanent die Frage, ob die Protagonisten bis zum Ende ihrer Geschichte überleben (zumindest erging es mir dauerhaft so) und fiebert mit ihnen mit. Auffällig ist, dass Zombie-Klischees dauerhaft gebrochen werden. Wer glaubt, das Ende der Geschichte zu erraten oder einen Charakter von Anfang an zu durchschauen, der irrt sich meist.
Eine Antwort auf die Frage zu geben, welche denn meine Lieblingsepisode sei, fällt mir schwer. Ich bin von jeder Geschichte überzeugt worden. Wenn ich jetzt an meine Lesezeit zurückdenke, bleiben mir aber vor allem die Kapitel über das Altenheim, die Münchner Diskothek und die von Ingo Römling gezeichneten Stories im Kopf. Dass die wahnsinnig gut geschriebenen Charaktere oder die witzig grotesken Storylines Schuld daran tragen, liegt auf der Hand.
Selbst wer es nicht so mit Comics hat, das Konzept aber durchaus interessant findet, sollte einen Blick darauf werfen. Bevor ich die Reihe in die Hände bekommen habe, war ich auch nicht gerade comic-affin. Heute begegne ich Comics schon mit deutlich weniger Skepsis. Das intelligente Konzept und die vielschichtigen Storylines haben mich schließlich gepackt. Ich schreie auch jetzt noch: mehr davon! Ich bin infiziert! 

Bisher sind vier Bände beim Zwerchfell Verlag erschienen, den Dinter und Tauber seit November 2009 leiten. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf alles, was noch kommt! 

Wer mehr über Die Toten erfahren möchte, kann sich direkt beim Zwerchfell Verlag oder auf dem entsprechenden Blog informieren. Ein Blick lohnt sich alleine schon  wegen der genialen Videos zur Comic-Reihe! Und wer auf Facebook ein Like verteilen mag, sollte mal in die Fotoalben reinschauen. Vielleicht entdeckt ihr mich ja in meinem Andrea Cosplay.



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