Rezension: Poppy Pym und der gestohlene Rubin

Im Januar bekam ich wundervolle Überraschungspost von Schneiderbuch. Was sich neben Poppy Pym und der gestohlene Rubin noch alles in der Zauberkiste versteckte, könnt ihr übrigens hier nachlesen. Ich habe mir Poppy natürlich sofort geschnappt und das Buch von Laura Wood für euch rezensiert! Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in der heutigen Rezension.




Poppy Pym wuchs unbeschwert in einer bunten Zirkuswelt auf, in der sie mit einem zahmen Löwen trainierte oder lachend am Trapez hing. Kurz vor ihrem zwölften Geburtstag soll Poppy auf ein Internat gehen, weg von ihrem heißgeliebten Zirkus, um ein paar andere Kinder kennenzulernen und eine normale Schulbildung zu erhalten. Auf Poppy kommt nicht nur die Schwierigkeit zu sich einzugewöhnen und Freunde zu finden, auch die angekündigte ägyptische Artefaktsammlung sorgt für Aufregung. Ein Fluch soll auf einem Rubin lasten, der schon bald in Poppys neuer Schule eintreffen soll! Als der geheimnisvolle Rubin dann auch noch verschwindet, ernennt sich Poppy zur Detektivin und geht dem Fall auf den Grund.



Betrachtet man das Buchcover näher, ahnt man schon, dass sich hinter Poppy Pym und der gestohlene Rubin ein buntes Werk verbergen muss. Die Zirkusoptik ist so herrlich gestaltet, dass man gleich los lesen möchte! Und mitten drin im Bild: der geheimnisvolle Rubin!

Das Buch ist aus der Perspektive der fast zwölf Jahre alten Poppy Tomate Pym (ja, sie heißt wirklich so!) geschrieben. Gerade weil es als Kinderbuch publiziert wurde, gefiel mir die gewählte Perspektive sehr gut, denn so kann man sich besser mit der fröhlichen Protagonistin identifizieren. Man durchlebt nochmal den Kinderalltag zu Schulzeiten, in denen die Pausen und der Spaß mit Freunden die zähen Schulstunden in den Hintergrund drängen. Poppy ist nicht nur authentisch, sondern auch sehr herzlich und abenteuerlustig. Als Leser wünscht man sich nahezu, sich eine Scheibe von ihrer Leichtigkeit abschneiden zu können. Auch die anderen Figuren im Roman erschienen einfach echt. Mit Poppys Freunden würde man am liebsten selbst befreundet sein, mit ihrer Familie wünscht man sich einen lustigen Zirkustag und sogar ihren Lehrern könnte man den ganzen Tag zuhören.

Ich war besonders von der Zirkusthematik angetan. Anfänglich hatte ich die Befürchtung, dass der Roman aus diesem Grund schnell ins Ulkige verfallen könnte, doch diesen Eindruck hatte ich nicht eine Sekunde lang. Das Zirkusleben ist bunt und absolut chaotisch, was den Roman sehr charmant macht.

Die Genres kreuzen sich hier mindestens ebenso bunt! Es geht um ein Mädchen, das jahrelang nur mit ihrer Zirkusfamilie herumgezogen ist und sich jetzt plötzlich dem – im Gegensatz dazu eher -tristen Alltag stellen muss. Sie weiß selber noch nicht so ganz wie man überhaupt Freunde findet, wie man sich in der Schule benimmt und was man dort alles nicht machen sollte. Poppy nimmt uns die Angst, vor lauter Fremden zu stehen und zeigt uns, wie schnell man sich Freunde machen kann und dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man nicht von jedem gemocht wird.

Der Spannungsbogen wird ebenfalls strapaziert, denn mit der Einleitung des Rubins und einem antiken Fluch wird gleichzeitig die Mystery- und Crime-Kiste geöffnet. Wenn man sich jetzt denkt, dass selbst ein Erwachsener von Anfang an den Fall durchschauen kann, dann wird man überrascht sein – auch ich hatte nicht damit gerechnet, was oder wer hinter dem Rubindiebstahl in der Schule steckt. Das Buch ist nicht nur etwas für kleine, sondern auch für große Leser!

Das wird auch spätestens in der Sprache deutlich. Sie ist nicht rein danach gerichtet, dass sie Kinder anspricht, auch ältere Leser haben hier bei beispielsweise versteckten Wortspielen ihren Spaß. Angefügt sind manchmal auch Telefonate in reiner Dialogform oder Zeichnungen, die ein Plakat oder ähnliches darstellen sollen.

Vorab habe ich schon viel darüber gehört, dass die Poppy Pym-Reihe der neue Harry Potter sein soll. Ich stehe solchen Beurteilungen generell eher skeptisch gegenüber, musste aber eingestehen, dass sich durchaus einige Parallelen zu Joanne K. Rowlings Romanen finden lassen. Ob hier die ungemütliche Chemielehrerin an den Pranger gestellt wird, Poppy Teil eines Freundes-Trios ist oder der Internatscharme daran Teilschuld trägt, sei mal dahingestellt.





Poppy Pym und der gestohlene Rubin hat mich wunderbar unterhalten und mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ob nun durch Poppys liebenswerte Art oder das chaosreiche Zirkusleben, das einen starken Kontrast zu der Internatswelt darstellt. Auch wenn ich eher weniger dem Zielgruppenalter entspreche, hatte ich viel Spaß mit diesem Leseerlebnis. Dafür, dass ich jetzt unbedingt wieder eine Zirkusvorstellung sehen möchte, hat dieses Buch gesorgt. Ich vergebe vier von fünf Lesebrillen für das zauberhafte Werk von Laura Wood!

  





Titel: Poppy Pym und der gestohlene Rubin
Autorin: Laura Wood
Verlag: Schneiderbuch
ISBN: 978-3-505-13803-4  
Preis: 12,99€
Sonstiges: Hardcover 320 Seiten


Vielen Dank an Schneiderbuch für die wunderbare Überraschungspost!

Die genannten Details sind der Verlagswebsite von Schneiderbuch entnommen.


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