Rezension: Demon Road - Hölle und Highway


Heute habe ich für euch einen herrlich schaurigen und lustigen Jugendbuch-Roman im Gepäck! Die Rede ist von Demon Road - Hölle und Highway von Skulduggery Pleasant Autor Derek Landy. Wie mir der Titel aus dem Loewe Verlag gefallen hat und was sich hinter dem skurrilen Roadtrip verbirgt, erfahrt ihr in meiner Rezension.





Mit ihren sechszehn Jahren führt Amber Lamont ein ziemlich normales Leben – bis sie feststellt, dass ihre Eltern Dämonen sind und sie verspeisen wollen! Amber wird sich bewusst, dass auch in ihr ein Dämon steckt und genau auf diesen haben es ihre Eltern abgesehen, um ihre eigene Macht zu vergrößern. Sie hat nur eine Chance: raus aus dem gewohnten Leben und ab auf die sogenannte Demon Road. Auf ihrer Reise im schwarzen Straßennetz ist sie nicht allein, denn sie begegnet allerhand merkwürdigen Kreaturen, wie Hexen oder Puppenspielern. Amber darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren, sie muss einen Weg finden, um ihre Eltern davon zu überzeugen, sie nicht zu töten.



Der Autor Derek Landy wagt sich nach seiner Skulduggery Pleasant-Reihe an eine neue Geschichte, die sich rund um das Dämonenmädchen Amber dreht. Der erste Band umfasst an die fünfhundert Seiten spannende Unterhaltung, erzählt in der dritten Person Singular aus Ambers Perspektive.

Die Protagonistin ist in Gegenwart der vielen dunklen Wesen, die in der Geschichte auftauchen, herrlich normal. Amber ist ein einfaches Mädchen, geht Zuhause ihren geekigen Hobbies nach und liebt es, mit ihren Internetbekanntschaften zu chatten. Als sich herausstellt, dass auch sie eine Dämonin ist, ändert sich für sie alles. Amber ist als Dämonin selbstbewusster, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie in ihrer düsteren Gestalt größer, schlanker und schön schrecklich aussieht. Mir hat es gut gefallen, dass uns Derek Landy eine Protagonistin abliefert, die pummelig ist und lieber virtuell unterwegs ist, als in der Realität. Das war einfach mal etwas anderes! Was nicht heißen soll, dass Amber langweilig ist, denn je mehr sie ihre dämonischen Fähigkeiten auskostet, desto stärker wird auch ihr Auftreten. Sie entwickelt sich zu einem kleinen Badass. In einer Catcalling-Szene – eines der prägnantesten Kapitel im Roman - konnte ich sie kaum wiedererkennen. Manchmal wollte ich das Buch beiseitelegen und Amber einfach nur applaudieren.
Die Nebencharaktere unterscheiden sich drastisch von der introvertierten Amber. Besonders Glen fiel mir auf, der ihr auf ihrem Weg begegnet. Er ist wunderbar dramatisch, was zu vielen witzigen Szenen führt. Seine Neugierde strapazierte aber nicht nur Ambers Nerven, sondern auch meine. Manchmal war mir das schlichtweg zu viel.
Ob lebendig oder nicht, herausragend ist auch das Auto, das eine zentrale Rolle in Demon Road – Hölle und Highway spielt. Man erfährt direkt zu Beginn, dass mit diesem Auto etwas nicht stimmt, doch was das ist, müsst ihr selbst herausfinden. Mir ist das Auto ziemlich ans Herz gewachsen und ich kann kaum erwarten, mehr über seine Geschichte zu erfahren.

Fans des Horrors sollten bei diesem Buch die Lauscher aufspannen. Vampire, Puppenspieler, Kinderdämonen und Hexen sind hier allgegenwärtig, doch werden die mystischen Kreaturen nicht immer wie die klassischen Darstellungen beschrieben. Dadurch bringt Derek Landy ordentlich Schwung in die Geschichte und sorgt dafür, dass man immer mehr über seine Welt wissen möchte. Wer die Serie Supernatural gesehen hat, wird dieses Buch lieben!
Auch der Humor ist – wie sollte man es in einem Derek Landy Roman auch anders erwarten – ein wichtiges Stilmittel, um Demon Road – Hölle und Highway einzigartig zu machen. Das Groteske vermischt sich beinahe ganz natürlich mit einer guten Prise Witz und Charme. Vor allem die popkulturellen Anspielungen lassen die Mundwinkel vor Freude zucken.

Weil sich Amber auf einen Roadtrip begibt, wird es nie langweilig. Die Orte wechseln schnell, was dafür sorgt, dass der Roman eine schwungvolle Dynamik und ein grandioses Tempo entwickelt. Zu der Rahmenhandlung kommen weitere kleine Geschichten und selbst wenn einem mal ein Handlungsstrang nicht zusagen sollte, wartet der nächste schon an der Ecke. Ich war schlichtweg nie gelangweilt, als ich den Titel verschlungen habe.

Der Schreibstil ist simpel. Kurze Sätze, die vor allem sehr beschreibend sind. Nach metaphorischen Schachtelsätzen sucht man hier lange, doch gerade der einfache Schreibstil trägt dazu bei, dass man nahezu durch die Seiten fliegt. Zwischendurch hätte ich mir allerdings gewünscht, dass nicht alles immer so stark beschreibend ist: Amber tut das, jetzt macht sie dies. Sätze wie diese findet man in dem Buch häufig.

Meiner Meinung nach hätte Derek Landy aber ruhig noch etwas tiefer bohren können. Manchmal war ich etwas irritiert, dass Charaktere Dinge wussten, die sie eigentlich gar nicht hätten wissen können. Es gab zwar nur wenige solcher Stellen, doch diese ließen mich ein wenig verwundert zurück.
Die dämonische Welt wird im ersten Band noch etwas zu oberflächlich beschrieben. Ich hätte mir gewünscht, mehr über das schwarze Straßennetzwerk zu erfahren, doch vorerst bleiben viele Aspekte schlichtweg geheim. Ich hoffe, dass sich der Autor dafür im kommenden Band, der im September 2017 im Loewe Verlag erscheint, mehr Zeit nimmt. Da ist definitiv noch Luft nach oben!


Rückblickend war Demon Road – Hölle und Highway von Derek Landy aber definitiv ein Überraschungshit. Ich mochte die schrulligen Charaktere und die finsteren Schattenwesen, die viel Raum im Roman einnehmen. Das Tempo begeisterte mich, sodass es mir schwerfiel, das Buch aus den Händen zu legen. Die Mischung aus Horror und Humor war der ideale Genre-Mix, der mich vollends begeisterte. Allerdings hätte ich mir ruhig noch ein wenig mehr Informationen über die dämonische Welt erhofft, sodass ich manchmal fragend zurückgelassen wurde. Dennoch vergebe ich fünf von fünf Lesebrillen für den ersten Band Demon Road – Hölle und Highway!






Titel: Demon Road - Hölle und Highway
Autor: Derek Landy
ISBN: 978-3-7855-8508-5
Verlag: Loewe
Preis: 19,95€
Sonstiges: 480 Seiten, Hardcover


Die genannten Details sind der Website von Loewe entnommen.

Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Leseexemplar!







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen