Schon wieder eine Jugendbuchverfilmung? | The Darkest Minds


Dass „The Darkest Minds“ in den Kinos angelaufen ist (nämlich am 16. August), ist schon ein Weilchen her. Dennoch hat der Film bei mir einige Fragen aufgeworfen, über die ich heute mit euch sprechen möchte. Im LitCast Podcast haben Lennart und ich ja bereits über den Film diskutiert. Reiht sich „The Darkest Minds“ einfach nur bei den typischen Jugendbuchverfilmungen wie beispielsweise „Divergent“ ein oder haben wir hier etwas ganz Neuartiges vorliegen? Außerdem möchte ich auf die aktuelle Diskussion im Bereich Jugendbuch eingehen: Wie individuell und neu muss ein Roman sein?

Erst mal: Worum geht es? „The Darkest Minds“ ist eine Verfilmung der Buchreihe „Die Überlebenden“ von Alexandra Bracken. Die Romane habe ich leider bisher nicht lesen können, weswegen ich keine Einschätzung der Originalvorlage vornehmen kann. Der Film spielt in einem dystopischen Zukunftsszenario in den USA: Die Mehrheit aller Kinder und Jugendlichen wurden durch eine seltsame Krankheit getötet. Diejenigen, die übrig geblieben sind, erhielten besondere Kräfte und wurden in Camps gebracht. Jedes Kind wurde in eine Kategorie nach Farben eingeteilt, um ihren Gefährlichkeitsgrad einzustufen. Die Protagonistin Ruby hat ausgerechnet die gefährlichste Fähigkeit: Sie kann Menschen manipulieren. Als sie ausbricht, trifft sie auf eine Gruppe flüchtiger Kids, denen sie sich anschließt.

Klingt eigentlich gar nicht so übel, oder? Badass Kids und ein düsteres Setting, bei dem sie um ihre Freiheit kämpfen. Aber auch hier findet man die typischen Tropes aus den Jugendbuchverfilmungen: Kids mit besonderen Kräften („Die Insel der besonderen Kinder“), Einteilung in bestimmte Kasten („Divergent – Die Bestimmung“) und Kinder, die sich gegen das System auflehnen („Die Tribute von Panem“), um mal einige Beispiele zu nennen.

Die eigentliche Frage ist aber doch: Muss es immer etwas ganz Neuartiges sein? Diese Diskussion findet aktuell vor allem in der Jugendbuchszene statt. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich bereits viele Neuerscheinungen vorab sichten dürfen. Dabei fiel mir auf, dass nach dem Erfolg von „Das wilde Herz der See“ von Alexandra Christo bei dtv einige Meerjungfrauen-Bücher erscheinen werden. Und nach „The Hate U Give“ könnt ihr euch auf viele neue politische Geschichten freuen.

„The Darkest Minds“ hat sich von vielen Seiten anhören müssen, nicht wirklich etwas Besonderes zu sein. Ein bisschen Panem mit einem Hauch Divergent … als würde man die perfekten Zutaten für eine Bestsellerverfilmung in einem Topf zusammenmixen. Meiner Meinung nach hat das grandios funktioniert, denn mir hat der Film gut gefallen. Mir ging es nicht darum, hier eine ganz neue Story vorgesetzt zu bekommen. Die Schauspieler_innen haben toll gespielt, das Setting war cool und die Kräfte der Kids aufregend. Ich fand die Plottwists nicht vorhersehbar (aber da habe ich auch schon anderes gehört) und war schlicht und einfach gut unterhalten. Ich persönlich möchte wissen, wie es weitergeht. Außerdem hat mich der Film dazu gebracht, mir die Romanreihe näher anzusehen. Und ist das nicht viel wichtiger, beziehungsweise ein gutes Zeichen?

Habt ihr „The Darkest Minds“ im Kino gesehen? Wie hat euch der Film gefallen?






Fotos © 2018 Twentieth Century Fox
Vielen Dank für die Pressekarten!

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